Willkommen in Tansania

Am 1. September ging es morgens, nach einer angenehmen letzten Nacht endlich zum Flughafen. Mit dem Gefühl bestimmt irgendwas wichtiges vergessen zu haben und ein paar Tränchen in den Augen, wurde morgens bereits von der liebsten Schwester,Wg und Besuch Abschied genommen, um dann mit einer Autofuhre voll zum Flughafen begleitet zu werden.

Dort trafen wir vier Freiwilligen, ich gebe ihnen die Spitznamen Anni,Jöl und Tom, uns samt Familie und Freunde zum gemeinsamen Einchecken und Abschied nehmen. Mara, diie fünfte in unserem Bunde, wird einen Monat später hinterherreisen

.DSC02900 Ohne Probleme, allerdings mit ein wenig Verspätung nahmen wir vier schließlich im Flugzeug Platz und erreichten unseren Zwischenhalt Istanbul wo wir eine sehr kurze Aufenthaltszeit hatten und der ersten Klimaveränderung ausgesetzt waren.

DSC02901Weiter ging es von da zum Kilimanjaro Airport welchen wir nach Mitternacht erreichten. (Das Essen im Flugzeug war übrigens unerwartet hochwertig).Dort angekommen ging es erstmal in die Schlange für das vorübergehende Touristenvisum, unsere Koffer fanden wir mit großer Freude unversehrt und draußen wartete bereits eine herzliche Begrüßungsrunde. Nach längerer Fahrtzeit durch tiefe Dunkelheit erreichten wir dann unser neues Zuhause wo die ehemalige Freiwillige Isa und ihr Hund Bahati uns in Empfang nahmen.

Wohnzimmer inklisive gerade nicht sichtbarem Bücherregal, welches das Jahr über durchgeschmökert wird und einem Kühlschrank für diverse Erfrischungsgetränke
Wohnzimmer inklisive gerade nicht sichtbarem Bücherregal, welches das Jahr über durchgeschmökert wird und einem Kühlschrank für diverse Erfrischungsgetränke
Flur, erste Türe links befindet sich mein Zimmer
Flur, erste Türe links befindet sich mein Zimmer
Mein kleines Reich
Mein kleines Reich
Unser Hof auf welchem sich ebenfalls Dusche und Toilette befinden.
Unser Hof auf welchem sich ebenfalls Dusche und Toilette befinden.
Unsere Küche
Unsere Küche

Unser Mentor verließ uns dann und gab uns die frohe Botschaft, dass wir am nächsten Tag ausschlafen dürften. Es war bereits nach 2Uhr und für das gemeinsame Frühstück in seinem Haus würde er uns erst gegen 9Uhr abholen… Wir hielten es erst für einen Witz, aber es wurde tatsächlich eine kurze erste Nacht. Aufgrund meiner Reiseerfahrung packte ich sofort meinen Koffer aus, weil ich bereits die erste Nacht ziemlich wichtig zum einleben finde und fühle mich bereits sehr wohl in meinem kleinen Reich. Vorallem weil ich nun seit Januar kein eigenes Zimmer mehr hatte, fällt mir das heimisch fühlen wesentlich leichter.

Der erste Tag bestand also aus einem gemütlichen Frühstück, einem Spaziergang durch die Felder und einer ersten Rundführung durch Isa, die ehemalige Freiwillige, welche ihre letzten 2 Wochen noch mit uns verbringen sollte. Wir stellten uns im Krankenhaus vor,in welchem zwei von uns tätig sein werden und besorgten uns eine Internetkarte, welches eine hohe Priorität darstellte.

Chauffiert von unserem Mentor ging es auf die erste Erkundugstour.
Chauffiert von unserem Mentor ging es auf die erste Erkundugstour.
Himo
Himo
Gemeinsame Mahlzeiten sind uns allen recht wichtig.
Gemeinsame Mahlzeiten sind uns allen recht wichtig.

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Auf den Dächern Himos, leider etwas bewölkt, aber da kann sich schnell ändern.
Auf den Dächern Himos, leider etwas bewölkt, aber da kann sich schnell ändern.

Am folgenden Tag ging es nach Moshi, der nächstgelegenen Stadt, zu welcher man mit den „Dala Dalla’s“ fahren kann. Ein gewöhnungsbedürftiges Transportmittel, welches mit umgerechnet 50cent für eine Fahrtzeit von etwa 45min ziemlich günstig erscheint. Es handelt sich um einen kleinen Bus, in welchen, mit ein wenig viel quetschen bestimmt 25 Menschen passen.

DSC02909In Moshi angekommen bummelten wir durch die Straßen, aßen zu Mittag in einem recht touristischen Restaurant DSC02910und vebrachten viel Zeit in einem Supermarkt. Da meine Visakarte bei meiner Abreise noch nicht angekommen war, bin ich momentan darauf angewiesen, Dollar in tansanische Schilling zu wechseln, was mir mit diesem Batzen voll Geld ein ungemütliches Gefühl in dieser hektischen Stadt macht in welcher man als „Mzungu“, das Wort für „Europäer“ ,welches einem von vielen Mitmenschen entgegen gerufen wird, durchaus große Beachtung bekommt. Auf der Rückfahrt teilten wir uns aufgrund von Platzmangel dann auf zwei Busse auf, was zur Folge hatte, dass wir uns zurück in Himo nicht wiederfanden und ich mit Tom und Anni alleine, im dunkeln, den Weg zu unserem Haus finden mussten, für welches wir zu dem Zeitpunkt keinen Schlüssel besaßen. Ein für mich durchaus gruselige Situation, da die Straßen, ähnlich wie überall, bei Dunkeltheit nunmal nicht die Sichersten sind. Ende gut alles gut, wir kamen an und nach einer Stunde kamen Isa und Jöl ebenfalls, welche nach uns gesucht hatten.

Donnerstags stand dann der Besuch der Projekte auf dem Tagesplan und wir stellten uns in der Holy Childhood Pre- and Primary School in welcher Tom und Anni arbeiten werden, im Konvent in welchem ich Mädchen für Alles sein werde sowie nun offiziell im Faraja Health Center in welchem Jöl und Mara arbeiten werden vor. Zusätzlich besuchten wir das Kilacha Training Center, eine Berusschule in welcher bis zum letzten Jahr ebenfalls Freiwillige eingesetzt worden. Wir aßen mit unserem Mentor zu Mittag und waren daraufhin entlassen.

Zu Besuch bei Father
Zu Besuch bei Father

Das Wochenende durften wir nutzen um uns einzurichten sowie einzuleben bevor unser Sprachkurs beginnen sollte.

Freitags war ein Hausputz geplant, allerdings wurden wir auf eine Beerdigung eingeladen welche wir selbstverständlich besuchten. Der Nachbarsjunge ist kürzlich tragisch verstorben und obwohl wir prinzipiell bis auf Isa, Fremde waren, wurden wir freundlich willkommen geheißen und ich persönlich brauchte abends noch einige Zeit diese Erfahrung und Geschichte zu verarbeiten. Aber hierzu möchte ich nicht mehr Informationen geben, da es eine mich nicht betreffende Geschichte war.

Der Hausputz folgte also am Samstag 2014-09-05 18.02.49

Unser Schutzengel, welchen Tom und ich  beim 1. Vorbereitungsseminar, zusammen  mit Sister in einer Einheit eingetauscht haben, hat nun einen Ehrenplatz in unserem Wohnzimmer.
Unser Schutzengel, welchen Tom und ich beim 1. Vorbereitungsseminar, zusammen mit Sister in einer Einheit eingetauscht haben, hat nun einen Ehrenplatz in unserem Wohnzimmer.

und Sonntags, unser letzter freier Tag wurde genutzt erneut den Tag in Moshi zu verbringen, wo Anni und ich uns dann alleine durch die Stadt trauten und einen schönen Tag zu zweit verbrachten. Ich muss gestehen, dass ich mich vorerst wahrscheinlich nicht alleine in die Stadt trauen werden, da ich mich, vor allem als weiblicher Tourist und ohne ausreichende Sprachkenntnisse noch sehr unwohl fühle. Zudem empfinde ich es noch als sehr hektisch, den Verkehr ist für mich undurchsichtig und ich fühle mich aufgrund der vielen Menschen die einen auf der Straße ansprechen noch unsicher.

Fazit der ersten Woche: Der Lebensstandard ist wie erwartet ein minimalistischer, doch fällt mir einfacher als ich es erwartet hätte. Bisher fehlt es mir offensichtlich an nichts und ich fühle mich steigend mehr zuhause im Haus. Die Räumlichkeiten sind okay, allerdings müssen wir es noch etwas persönlicher einrichten. Die Geräuschkulisse bei Nacht, inklusive Insekten, das Bellen der Straßenhunde und nachtaktive Menschen, lässt es mich schwerfallen ruhig zu schlafen und aufgrund eines Diebstahls im letzten Jahr, fühle ich mich auch nicht richtig sicher bei Nacht. Wie sich dieses Bauchgefühl im Laufe des Jahres ändert sehen wir wohl dann, aber ich bin optimistisch.

Ich habe angefangen meine Zeit zu nutzen ein wenig zu Zeichnen, was in der vergangenen Zeit ziemlich zu kurz in meinem Alltag kam und habe mir als Ziel gesetzt, alle Menschen an die ich hier mit ein wenig Sehnsucht denke zu zeichnen.

Mein Bett inklusive Eddy, Sorgenfresser, Büchern und Kritzeleien.
Mein Bett inklusive Eddy, Sorgenfresser, Büchern und Kritzeleien.

Heimweh habe ich noch nicht, aber ich beschäftige ich durchaus bereits mit der Frage was ich nach dem Jahr machen möchte und liebäugel gerade mit dem Gedanken, doch sofort das Studieren zu beginnen. Mal sehen was aus dem Gedanken wächst…

Nun denn, die zweite Woche begann, wir haben morgens ein paar Stunden Sprachkurs und ich nutze die restlichen Stunden um Himo weiter kennen zu lernen oder Zeit für mich zu haben. Als Anni und ich den Konvent besuchen wollten, verliefen wir uns und machten einen ungeplanten Spaziergang durch das gefühlte nirgendwo, am nächsten Tag fanden wir nach einem anderen Umweg schließlich doch zum Konvent und obwohl wir uns nur in die Sonne setzen wollten, wurden wir zum Mittagessen eingeladen, führten Gespräche mit den durchweg liebenswerten Sistern und wurden durch Konvent geführt. Eine seeliger Nachmittag, welche mir einige Vorfreude auf meinen Arbeitsplatz schenkte.

Unterricht mit einem Verwandten unseres Mentors. Ein freundlicher junger Mann, der sich zusätzlich zeit nimmt, ein wenig rumzuführen.
Unterricht mit einem Verwandten unseres Mentors. Ein freundlicher junger Mann, der sich zusätzlich zeit nimmt, ein wenig rumzuführen.

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Die Landschaft und Tierwelt ist unbekannt schön.
Die Landschaft und Tierwelt ist unbekannt schön.
Und ja, auch die Familie der Krabbelviecher möchte ich euch nicht ersparen... Ich hab ja schon mal von einer Kakerlake gehört, aber diese Größe beschert einem dann doch Gänsehaut... Aber das war bisher die Einzige die ich sah...
Und ja, auch die Familie der Krabbelviecher möchte ich euch nicht ersparen… Ich hab ja schon mal von einer Kakerlake gehört, aber diese Größe beschert einem dann doch Gänsehaut… Aber das war bisher die Einzige die ich sah…

Ein Downlight ist die Tatsache, dass mein geliebtes Tablet den Geist aufgegeben hat und ich somit nicht mehr soviel Zugang zum Internet habe wie ich gerne hätte, allerdings sind meine Mitbewohner diesbezüglich äußerst freundlich was ihre Medien angeht.

Ein anderes Highlight war der Besuch des „Kilasya Waterfall“, aber in diesem Fall sprechen Bilder mehr als tausend Worte.

Auf gehts durchs Grüne!
Auf gehts durchs Grüne!

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Bananen-Plantagen überall
Bananen-Plantagen überall
Dieser Ausblick...
Dieser Ausblick…

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Das letzte Stück zum Wasserfall musste durchs Wasser zurückgelegt werden. Eine glitschige, kalte Angelegenheit, die sich gelohnt hat.
Das letzte Stück zum Wasserfall musste durchs Wasser zurückgelegt werden. Eine glitschige, kalte Angelegenheit, die sich gelohnt hat.
Unsere kleine Gruppe!
Unsere kleine Gruppe!
Das ist der Kilasya Wasserfall!
Das ist der Kilasya Wasserfall!
und das die Umgebung!
und das die Umgebung!
Ein gefährliches Kletterparadies, aber ich gab mein Bestes!
Ein gefährliches Kletterparadies, aber ich gab mein Bestes!

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Die Landschaft hier ist generell in meinen Augen wunderschön, wir haben tatsächlich die Möglichkeit die Spitze des Kilimanjaro aus dem Fenster raus zu sehen und der Besuch der Wasserfälle zeigte nochmal eine unberührte grüne Idylle die mich mehr als neugierig auf die nächsten Abenteuer macht.

Und ja, ich habe nicht übertrieben, wir sehen tatsächlich die Spitze des Kili's!!!!
Und ja, ich habe nicht übertrieben, wir sehen tatsächlich die Spitze des Kili’s!!!!

lch könnte noch so viel mehr erzählen, aber ich glaube für den Anfang ist das mehr als genug. Ich beginne das philosophieren erst beim nächsten Beitrag und möchte nur abschließend zusammenfassen mitteilen: Mir geht es gut, ich bin immer noch von der Idee überzeugt ein Jahr hier zu leben, die Sprachbarriere wird sich mit der Zeit legen und ja, ich kann Post empfangen! Ich bin mit Gedanken jetzt zur Anfangszeit noch viel bei meinen Liebsten, vor allem bei denen die ich sehr oft in den letzten Tagen gesehen habe, aber ein Jahr ist schließlich keine Ewigkeit…

Liebe in die Heimat ❤

Eure Desi

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In der Zwischenzeit…

Um diesen Blog ein wenig chronologisch aufzubauen und um für mich persönlich einen kleinen Rückblick auf das Jahr zu haben, schildere ich nun auch kurz für alle die mich wenig erlebt haben, was und wo ich mich den Sommer über aufgehalten habe.

Zurück in Köln wohnte ich erst zur Zwischenmiete bei einer älteren Dame. Dieser Ort stellte sich ziemlich schnell als ungeeignet für meinen Alltag raus, sodass ich zurück in meine erste Wohnung zu meiner ehemaligen Mitbewohnerin zog. In der Zeit fing ich erneut meinen Job im Irish Pub an, welchen ich allerdings aufgrund von Meinungsverschiedenheiten auch wieder recht schnell aufgab und daraufhin auch meinen Wohnort wieder wechselte um zu meiner Schwester in die Wg zu ziehen. Eine wunderbare Entscheidung und eine Zeit die mir soviel Liebe gab, dass ich mich noch lange daran wärmen kann. Ich nahm ein Jobangebot als Reisebegleiterin an und zog für ein paar Wochen nach Ostfriesland, kündigte dieses Arbeitsverhältnis ebenfalls aufgrund von Meinungsverschiedenheiten, hatte mein erstes Vorbereitungsseminar für meinen Freiwilligendienst, bei dem ich meine zukünftigen Mitbewohner in der Ferne kennen lernen konnte und generell viele interessante Menschen getroffen habe um kurz danach eine schöne Reise als Reisebegleiterin nach Zoutelande zu machen, welche mein Leben unerwartet um zwei Menschen bereicherte welche ich sehr ins Herz geschlossen habe und die mich tief prägten.

Daraufhin kam das zweite Vorbereitungsseminar, die letzten Impfungen, Einkäufe und Planungen für die Ausreise, eine kraftspendende, emotionale Abschiedsfeier, viele Treffen mit den Liebsten Menschen, ein spontanes Tattoo und letztlich einen durchweg schönen letzten Abend in Köln.

Seelenverwandtschaft ist dicker als Blut…

Das Ende meiner Baltikum Tour

Da ich damals nach meiner Rückkehr nach Köln andere Dinge zu erledigen hatte, bin nicht dazu gekommen die Bilder der letzten Tage meines Abenteuers zu veröffentlichen. Bevor ich also von dem Verlauf des Jahres berichte geht es nun um meine Tage in Vilnius, Riga und letztlich Helsinki.

Vilnius habe ich in bester Erinnerung und aus irgendeinem Grund hatte ich mich dort sehr wohl gefühlt. Als ich durch die Straßen schlenderte, hatte ich ein sicheres Gefühl und bin absolut überzeugt, dass das nicht mein letzter Besuch in diesem kleinen Städtchen voller Kunst, Bioläden und junger Menschen war. Das Hostel war leider eine schlechte Wahl, allerdings ziemlich günstig und zentral. Am ersten Abend hatte ich bei einem Tee eine lange Unterhaltung mit einem alten Norweger. Gerade diese Begegnungen schätze ich am Reisen. Du triffst eine dir vollkommen unbekannte Person, aus einem anderen Land, mit einer anderen Muttersprache und trotzdem fühlst du dich tief verbunden und teilst eventuell Geheimnisse, welche noch nie zuvor über deine Lippen gekommen sind. Und das mit dem Wissen, dieser Person nie wieder zu begegnen. Wobei ich ja der Überzeugung bin „Man trifft sich immer zweimal im Leben“

Nach zwei Nächten ging es dann weiter nach Riga, verdiente Kulturhauptstadt. Dort habe ich ein wunderschönes Hostel bewohnt und in der Stadt realisiert, dass ich mich als geborene Kölnerin in einer Stadt sofort heimisch fühle, wenn ein Fluss durchfließt und hohe Brücken über sich trägt.

Nach zwei Nächten dort ging es zurück nach Tallinn um einen letzten Abend bei Maru zu verbringen. Ich bin ihr so dankbar für ihre selbstlose Gastfreundschaft und bin gespannt wann sich unsere Wege wieder kreuzen.

Morgens ging es dann mit der Fähre von Tallinn nach Helsinki, wo ich für zwei Nächte übers Couchsurfen eine Unterkunft gefunden habe. Eine deutsche Lehrerin, ausgewandert nach Finnland, wirklich offen und herzlich. Zum Schluss passiert natürlich immer etwas Ungeplantes. Ich habe es am Abend noch geschafft meine Handykarte zu sperren und konnte deshalb in Helsinki angekommen nicht mehr kommunizieren, geschweige denn auf die gespeicherte Adresse zugreifen. Nach einer wirren Fahrt durch Helsinki, fand ich dank meines guten Gedächtnisses und freundlichen Menschen doch mein Ziel und hatte dort wirklich schöne Stunden gefüllt mit Spaziergängen, einem Punkkonzert und natürlich, wie hätte es auch anders sein sollen, einem Saunaabend. Verblüffend, dass das saunieren tatsächlich tatsächlich ein regelmäßiger Bestandteil der Woche ist und das egal in welcher Altersgruppe. Ein angenehmer und erholsamer Ausklang meiner Reise und somit stieg die Vorfreude auf meine Liebsten in der Heimat.

Am Flughafen warteten dann zur Überraschung mehr Menschen als erwartet und ich musste mir ein paar Tränchen wegwischen und verbrachte dann ein wenig verwirrt aber glücklich die erste Nacht bei meinem besten Freund und fühlte mich heimisch. Aber man sagt ja bekanntlich die Seele braucht beim Reisen immer etwas länger als der Körper…

Die letzte Woche…

Nach nun etwa 6 Wochen neigt sich meine Zeit in Estland dem Ende. Ich bin verblüfft wie schnell die Zeit verging, allerdings spüre ich mittlerweile auch eine Vorfreude den Frühling in meiner Heimatstadt zu geniessen und einen neuen Lebensabschnitt anzutreten. Mich erwartet soviel neues und ich hatte ganz viel Zeit zum Kraft tanken!

Doch nun ein paar Bilder meiner letzten Woche. Kleine Information am Rande, am Mo. den 10.03 hat mit ein bisschen Verspätung aus krankheits- und gastfreundlichen Gründen meine 7 wöchige Fastenzeit offiziell angefangen.

Rotermannviertel:

Dieser Bezirk direkt im Stadtzentrum war noch vor wenigen Jahren eine Ansammlung von Gebäuderuinen. Heute symbolisiert er die Tallinner Stadtentwicklung durch beindruckende Architektur. Alt trifft Neu und wird zum Kommerz- und Kulturzentrum.

Interessanterweise gibt es in Estland kein Starbucks, allerdings eine vergleichbare hippe Alternative namens Reval-Café, in welchem junge Menschen mit der selben Kleidungsart wie bei uns bewundert werden kann. So ist es wohl in der modernen Welt…

Übrigens wird Mc’Donalds hier von Hesburger von der Marktspitze vertrieben! Ich fands interessant…

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Lennusadam- Der Wasserflughafen:

Ein architektonisch einmaliger Hangar, welcher um 1916 als Teil der Seefestung Peter des Grossen erbaut wurde beherbergt heute dieses erstaunlische Museum.Neben Informationen zur maritime und militärische Geschichte Estlands, wurde diesmal zusätzlich eine Austellung über das Unglück der Titanic mit 150 Artefakten angeboten. Wirklich sehenswert und mit Studentenpreis waren die Museen auch garnicht so teuer, Studentenausweis? Wollte niemand sehen, junge Menschen sind wohl prinzipiell Studenten.

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Da alle Informationen in Estnisch, Russisch und Englisch angeboten wurden, war ich anfangs höchstmotiviert mir alles durchzulesen. Die englische Fachsprache hat mich allerdings schnell ermüden lassen. Schnell bedeutet jedoch, wir haben fast 5 Stunden in dieser riesigen Halle verbracht. Eine wirklich geniale Erfindung des Museums war übrigens eine Karte mit deren Hilfe man Informationen an den Bildschirmen direkt an seine E-Mail weiterleiten könnte.

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Durchaus auch einSPielplatz für Grosse…

Ein imposantes U-Boot welches unsere Raumangst nach wenigen Minuten hervorrief.

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Dann gings auf die Titanic , jeder Gast bekam einen Boarding Pass, mit einem original Charakter auf der Rückseite und konnte am Ende prüfen, ob er das Unglück überlebt hätte. Als First-Class Passagiere hatten wir beide Glück! Alles war sehr bildlich und ansprechend dargestellt.

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Die Räumlichkeiten wurden nachgestellt!

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Der unbescheiblich windige Aussenbereich stellt verschiedene Schiffe,Kutter,Boote? zum besichtigen zu verfügung.

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Spaziergang in Nõmme:

Ein wirklich schöner, waldreicher Stadtteil mit alten Häusern und einem ländlichen Feeling.

Der Glehn-Park ist für Skifahrer, Spaziergänger und Sternengucker ein geeigneter Ort und beliebtes Erholunggebiet.

Das romantische Schloss wurde 1886 von Graf Nikolai von Gref erbaut.

Verblüffenderweise hat es sein eigenes Wifi, mitten im nirgendwo…

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KUMU:

Estnisches Kunstmuseum in einem riesigen, verglasten High-Tech-Gebäude und europäisches Museum 2008

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Sängerfestwiese:

Der Ort an dem 1988 die beeindruckende singende Revolution begann. International berühmt ist heute das Sänger- und Tanzfest, welches alle 5 Jahre stattfindet.Die Bronzestatue stellt Gustav Ernesaks dar, estnischer Komponist und bekannt als „Vater“ des Gesangs.

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Das Russalka-Denkmal:

Diese Statue ist dem Panzerschiff Russalka gewidmet. Dieses geriet 1893 bei der Überfahrt von Tallinn nach Helsinki in einen Sturm und ging mit 177 Seelen  unter.

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Die sich neigende Sonne, Sandstrand und Meeresrauschen…

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Das Frühlingswetter hielt nicht lange und derzeit sieht der Blick aus dem Fenster folgendermassen aus:

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Meine nächste Woche besteht aus der perfektion meiner Baltikum-Tour. Ich werde für zwei Nächte nach Vilnius, Hauptstadt Lithauens,sowie für zwei Nächte nach Riga, Hauptstadt Lettlands fahren um mir auch dort einen kleinen touristischen Eindruck zu leisten. Danach gehts für eine Nacht zurück nach Tallinn um mein Gepäck zu holen und mich für unbestimmte Zeit von  Maru zu verabschieden. Daraufhin gehts mit der Fähre nach Helsinki wo ich eine entzückende alternive Couchsurferin gefunden habe, die mir für zwei Nächte einen Schlafplatz gewährt bevor mein Flieger in die Heimat geht.

Wobei ich realisiert habe, dass ich auch da nur 5 Monate bleibe bevor die nächste grosse Reise beginnt.

Manchmal, da finde ich mein Leben wirklich beeindruckend,  wer wagt, der gewinnt, viel gibts meist eh nicht zu verlieren. Und als Antwort auf den netten Poetry-Slam der das Internet vor kurzem bewegt: Eines Tages, ihr Lieben, da werde ich alt sein, ich meine wirklich alt sein und an all die Geschichten denken die ich erlebt habe…

Besuch aus der eigenen Heimat und ein Einblick in eine andere Heimat!

Es war soweit, die weltbeste beste Freundin hat ihren Pflichtbesuch tatsächlich angetreten und den Frühling in Köln gegen eine Woche estnischen Frühling getauscht. In Zahlen bedeutet das 15Grad gegen 0Grad… Das ist wohl wahre Freundschaft!2014-03-04 16.11.19  2014-03-04 18.05.45

Aus Maru’s Apartment wurde ein Bettenlager!

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Touristen müssen tun, was Touristen nunmal tun müssen:

Der Fernsehturm!

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Da man durch die Scheiben aufgrund der Spiegelung keine Bilder machen konnte, haben wir uns, ausgestattet mit Decken, auf die Aussenterasse getraut und wurden vom Winde verweht!2014-03-05 16.07.47

Es hat sich gelohnt!2014-03-05 16.08.37 2014-03-05 16.09.06 2014-03-05 16.09.20 2014-03-05 16.09.59 2014-03-05 16.10.15 2014-03-05 16.10.33 2014-03-05 16.10.53 2014-03-05 16.11.09 2014-03-05 16.12.43 2014-03-05 16.13.30 2014-03-05 16.13.41

Ein Sonnenuntergang im Bus2014-03-05 17.02.41

Die Altstadt geizt ja bekannterweise nicht mit Touristenverlockungen, und die Souvenierläden wurden interessiert durchstöbert.

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2014-03-05 17.21.47 2014-03-05 17.21.55  2014-03-05 17.23.57 2014-03-05 17.25.16 2014-03-05 17.38.49 2014-03-05 17.39.30 Wie für mich gemacht

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Käffchen im warmen!2014-03-06 17.30.15

 

2014-02-14 18.12.01Die Reisekasse wurde mit Blick auf die Zukunft erleichtert…

Am 03.03 wurde die liebe Maru dann zum zweiten Mal 25. Motto des Abends war die Farbe Grün also wurde ein Kissenbezug von mir entfremdet.

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Allerdings feiert man Geburtstage am besten in der Heimat und daher ging es vollgepackt für ein Wochenende nach Saaremaa, Estlands grössten Insel!2014-03-07 11.28.47

2014-03-07 09.44.47 Maru musste zum erstem Mal eigenständig auf die Fähre fahren…2014-03-07 10.16.27 2014-03-07 10.18.01Durchs Eiswasser ging es vom Festland zur Insel. Früher war es möglich mit dem Auto direkt über das Eis zu fahren, allerdings hat die Klimaveränderung auch hier ihre Spuren hinterlassen. 2014-03-07 10.40.23 DAS war Wind! 2014-03-07 10.45.08 2014-03-07 10.47.00 2014-03-07 10.58.00 Im Auto sitzen und den Ausblick geniessen.

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Die ev.luth. Steinkirche in Valjala wurde 1227 erbaut und ist damit eines der ältesten Gotteshäuser Estlands.

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Marus Mutter ist Direktorin der Valjala Kook, weshalb wir dort einen Einblick in das estnische Schulsystem bekamen. Hier gehen die Schüler von der 1.-9. Stufe in eine Klasse  und werden erst zur Oberstufe hin getrennt.

Milch ist übrigens für Schulkinder kostenfrei, weshalb es zu den Mahlzeiten und im Alltag Milch gibt.

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Maru und ich haben uns auf einer Fortbildung in Frankreich kennengelernt und wurden gefragt ob wir für die älteren Schüler in der Valjala Schule einen Vortrag über Wege ins Ausland halten könnten. Eine Präsentation unserer Erlebnisse während Workcamps, eRasmus,EVS und Reisen.2014-03-07 14.49.33

Im Anschluss ein kleiner „Energizer“ bevor die Schüler in ihr Wochenende entlassen wurden.

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Dafür bekamen wir eine riesige Tafel estnische Kalev-Schockolade, einen Stift der Schule mit welchem wir uns in das Gästebuch eintragen durften sowie zu meiner absoluten Freude, das Schulinterne Zertifikat für ausserordentlich gute Leistung, über welches sich normalerweise Schüler freuen.  2014-03-07 15.36.13 2014-03-07 16.01.24

Danach begann dann auch unser Wochenende und wir konnten Natur pur geniessen. Diese Insel ist definitiv einen Besuch wert, es ist wunderschön!

2014-03-07 16.20.31 2014-03-07 16.20.49 2014-03-07 16.21.42Kaali Meteoritenkrater: Vor wahrscheinlich 4000 Jahren schlug nicht weit von Kuressaare ein Meteorit ein und hinterlies neben dem Einschlagkrater, acht Nebenkrater.

Heute lässt sich hier ein Tümpel besichtigen und bis heute erhalten sich die Mythen in der Bevölkerung.

2014-03-07 16.21.12  2014-03-07 16.22.10 2014-03-07 16.23.21

Natürlich war der Tümpel zugefroren!

2014-03-07 16.24.41 2014-03-07 16.28.14Da mir gesagt wurde, man dürfte sich beim Umkreisen des Tümpels etwas wünschen, war ich davon natürlich nicht abzuhalten! 2014-03-07 16.29.59 2014-03-07 16.30.06

Ein abendlicher Spaziergang durch die Strassen:2014-03-07 17.41.42 2014-03-07 17.42.19 2014-03-07 17.43.16 2014-03-07 17.43.53 2014-03-07 17.44.25Die  Arensburg in Kuressaare wurde 1380  vom Deutschen Orden für die Bischöfe von Ösel-Wieck errichtet. Ende des 14. Jahrhunderts wurde die  Festung mit dicken Mauern versehen Der höchste Turm, Langer Hermann, ist 29m hoch. Heute befindet sich hier das Saaremaa-Museum. 2014-03-07 17.44.55 2014-03-07 17.45.39 2014-03-07 17.45.53 2014-03-07 17.46.04 2014-03-07 17.46.44 2014-03-07 17.46.56 2014-03-07 17.47.11 2014-03-07 17.47.52 2014-03-07 17.48.09 2014-03-07 17.48.53 2014-03-07 17.49.32 2014-03-07 17.50.42 2014-03-07 17.52.50 2014-03-07 17.54.35 2014-03-07 17.56.40 2014-03-07 17.57.18

Festliches, nicht endendes Abendessen: “ Vielleicht noch ein Stück Kuchen?“

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Das Angebot vor dem Schlafen noch Eisbaden zu gehen hielten wir erst für einen Scherz, konnten dem Adrenalinkick am Ende allerdings nicht widerstehen

2014-03-07 20.58.46 2014-03-07 21.02.17 Ohne Witz: das Meer war zugefroren, es war trotz sternenklarem Himmel stockdunkel, verdammt windig und wir haben dann doch an unserem Verstand gezweifelt. Muss man mal gemacht haben… 2014-03-07 21.10.05

2014-03-08 10.40.07 Dann war auch schon der Abschied gekommen und die liebe Gianna trat eine lange Heimreise in die sonnige Heimat an!

Weltfrauentag wurde für uns zu einem Shoppingtag!

2014-03-08 12.31.34 Im Einkaufszentrum sang ein Knabenchor und jede Frau bekam beim eintreten eine Blume geschenkt.

Abends wurde dann mit vielen Punkten der Geburtstag in gemutlicher Atmosphäre gefeiert.

Kleine Anekdote am Rande, egal wo auf der Welt, egal in welcher Konstellation, das Spiel „Ich hab noch nie…“ verläuft immer gleich ab!

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Guten Morgen Landluft!!! Frischer Kaffee ein Frühstück mit typischen Haferschleim, selbstgemachter Marmelade, eigenem Apfelsaft und eine Schaukel im Garten…

2014-03-09 13.42.41Dieses Wochenende war mal wieder ein Highlight und ich behalte diesen Ort definitiv im Gedächtnis falls ich jemals einen Ort zum entspannen suchen sollte.

Es folgt meine letzte Woche in Tallinn, welche vollgepackt mit den letzten Touriattraktionen ist. Aufgrund eines nächtlichen Geistesblitz hab ich ich dazu entschieden die letzte Woche zu nutzen um mir Riga und Vilius ebenfalls anzuschauen um die Baltikumtour zu vervollständigen, bevor es dann von Helsinki wieder in die geliebte Heimat geht!

Ich will Meer sehen…

Der erste Monat hat sich dem Ende geneigt und ich habe das Gefühl die Zeit verfliegt unaufhaltsam schnell. Es ist schwierig die vielen Bilder einzufangen, von daher habe ich beschlossen hin und wieder einfach zu geniessen, anstatt krampfhaft ein ordentliches Foto hinzubekommen. Der Frühling kommt auch hier langsam aber sicher und einige Tage sind wirklich sonnig.

Maru kam eines Tages auf die gloreiche Idee,  sich als Hundesitterin anzubieten und dank des Internets und diversen sozialen Plattformen hat es nicht lang gedauert und wir hatten eine Anfrage.   Ganz wohl war der armen Tinko wohl zuerst nicht, allerdings waren die  Leckerlies wohl unwiderstehlich.

2014-02-23 13.13.162014-02-23 14.02.50Hund VS Katze???

Und somit ging es dick eingepackt und mit Hund ans Meer… Unbeschreiblich windig, aber nunmal auch unbeschreiblich schön!

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Gefängnis und Meeresfestung Patarei:

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Die Verteidigungsanlage aus dem Jahre 1840 hat im Auftrag ds Zaren Nikolaus I. ihre Kalksteinfassade bewahrt
Durch die Technologieentwicklung verlor die Festung ihren ursprünglichen Sinn und wurde Kaserne für Soldaten
1919 wurde Patarei dann ein Gefängnis. Wegen seiner zwei Meter dicken Mauern eignete die Meeresfestung sich dafür bestens. Auch fremde Mächte haben die Anlage genutzt, deren sowjetisches Interieur noch heute betrachtet werden kann, allerdings leider nur in der Sommersaison…

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Dort hätte ich stundenlang sitzen können und mich auf meine Gedanken konzentrieren können. Das Meer hat immer etwas befreiendes und man bekommt Lust einmal laut über die Wellen zu schreien…

2014-02-23 14.21.15 Ball+Hund…

Die alten Haushäuser im Kalamaja-Viertel sind einen Spaziergan wert. Alle möglichen Farben und Formen, zum Teil sogar denkmalgeschützt .2014-02-23 12.57.37 2014-02-23 13.12.44 2014-02-23 14.03.21

Ein Besuch auf einem Flohmarkt auf welchem alle möglichen Dinge zu finden waren, von Essen, über Kleidung bis hin zu alten Kameras und lauter Errinnerungen an alte Zeiten… 2014-02-23 15.05.31

Am 24.02. war 96. Unabhängigkeitstag. 

Wenn ich mich bisher über den Patriotismus gewundert habe, an diesem Tag hatte er wohl seinen Höhepunkt.

Die gesamte Stadt war mit Flaggen ausgestattet, an Bussen,Bahnen,Autos, Häusern flatterte es blau,scharz,weiss und die ältere Generation trug augenscheinlich ihre besten Mäntel.

Eine Kleine Feier wurde auch in Tallinn veranstaltet, und obwohl ich kein Wort verstanden habe, erklärte es sich von selbst, wann geklatscht werden musste, während mehre Personen in perfektem Anzug oder Uniform sich mit kurzen Reden abwechselten, ein Feuer entfacht wurde, Blumen verteilt und der Hymne gelauscht wurde.

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Abends folgte dann die Übertragung der offiziellen, jährlichen Zeremonie  welche jedes Jahr in einer anderen Stadt gehalten wird. Der Präsident, lauter Berühmtheiten, Abendgarderobe, Blumen. viel Händeschütteln und Interviews welche wohl von ganz Estland verfolgt wurde.

Zudem widme ich mich notgedrungen viel  estnischer Musik, da auch hier der Kandidat für den Eurovision gesucht wird und ich muss gestehen, Popmusik klingt überall gleich…

Eingelebt!

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Guten Morgen Welt, das bringt es wohl auf den Punkt…
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Die Zuneigung zu meinem treuen Begleiter Eddi ist wohl schwer zu übersehen und wird oft frecherweise, augenverdrehend belächelt. Ich habe allerdings eine Gleichgesinnte gefunden, welche ebenfalls Gespräche mit einem Schwein pflegt, was mir zeigt, das schlicht und einfach alle anderen verrückt sind…

Kaum zu glauben, aber ich bin mittlerweile 3Wochen hier. Die Zeit rast und ich hab die letzten Tage genutzt die Stadt ein wenig zu entdecken und mich zurecht zu finden. Nebenbei hab ich endlich auch meinen Rückflug gebucht, ein möbliertes WG- Zimmer zu akzeptablen Preis für den Sommer gefunden, meinen Praktikumsbeginn abgeklärt und eine Infomappe zum Auslandsjahr erreicht mich in Kürze. Dieses Jahr bleibt nach wie vor ohne Haken. Ich bin jetzt schon voller Vorfreude auf all die Ereignisse die bevorstehen, dass ich mich dazu zwingen muss, das Hier und Jetzt zu geniessen.

2014-02-14 16.55.31 2014-02-18 16.14.25Wenn Schnee schmilzt, sieht der Blick aus dem Bus plötzlich so aus…

Ich werde wohl nie genug von der Altstadt bekommen. Es ist wirklich wunderschön durch die Gassen zu schlendern, ohne Ziel und einfach die kleinen Details wahrzunehmen. Trotz der ganzen Touristenverlockungen an jeder Ecke, verliert sie nicht an Charme und bietet viele Ecken um sich in eine vergangene Zeit zu träumen.

Der Rathausplatz in der Altstadt. von hier aus kan nich mich mittlerweile orientieren und sogar ohne Karte rumlaufen. Nicht dass ich mich mit meiner absoluten Touri-Mentalität und permanenten Fotos udn gro+en Augen hier verstecken könnte, aber die ersten Tage brauchte ich für alles eine Karte...
Der Rathausplatz in der Altstadt. Von hier aus kann ich mich mittlerweile orientieren und sogar ohne Karte rumlaufen. Nicht dass ich mich mit meiner absoluten Touri-Mentalität und permanenten Fotos und grossen Augen hier verstecken könnte, aber die ersten Tage brauchte ich für wirklich alles eine Karte…
2014-02-18 14.42.27
Ich dachte es wäre eine Kirche, allerdings handelt es sich um das Rathaus. Es wurde zwischen 1402 und 1404 erbaut und ist das am besten erhaltene gotische Rathaus in Nordeuropa sowie das einzige gotische im Baltikum. Der achteckige Turm ragt 64m in die Höhe. Auf der Turmspitze steht der alte Thomas (Vana Toomas) als Wetterfahne, ein Symbol Tallinns sowie Beschützer der Stadt.

Rathausapotheke:

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Die Rathausapotheke wurde 1422 zum ersten mal erwähnt, womit sie die älteste Apotheke Europas ist. In einem Vorderraum werden heute moderne Medikamente verkauft während im hinteren Bereich die Gerätschaften und Tinkturen des Mittelalters gezeigt werden.

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Ein Buch erklärt Geheimnisse der alten Alchemisten und „Hexen“

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Verrückte getrocknete Dinge die anscheinend irgendeine heilende Wirkung versprachen…

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Gerätschaften zum Wiegen, aufbewahren, erhitzen und destillieren…

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Aber auch kleine Ampullen und Salben welche im letzten Jahrhundert genutzt wurden, werden in den Schränken ausgestellt.

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Fazit: Ich möchte unser Gesundheitssystem wirklich nicht missen.

Wobei ich dazu sagen muss, ich war schockiert zu hören, dass man hier den Zahnarztbesuch zu 100% selber finanzieren muss. Sprich: Kein Geld = Kein Zahnarzt…

Altstadt:

2014-02-18 14.25.29  Die Kamera immer in der Hand…

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Depeche Mode Bar? Na da weiss ich schon wo Gianna und ich einen Abend verbringen werden!

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Beim Thema Bar muss ich erneut von einer beobachteten Eigenart berichten: Hier ist es an der Tagesordnung überall mit Karte zu zahlen. Es wird nur selten Bargeld mit sich geführt und auch die kleinsten Beträge werden mit Karte bezahlt und zusätzlich mit allerlei Bonuskarten Prämien gesammelt.

Im Prinzip ja praktisch, allerdings bleibt Trinkgeld für die sowieso unterbezahlten Kellner dabei natürlich ungeachtet…

Spaziergang ohne Ziel im strahlenden Sonnenschein:

Der Schnee hat sich nach meiner Ankunft schnell verabschiedet und stattdessen ist alles matschig, dreckig und die Sonne lässt sich hin und wieder blicken.  Plötzlich sind die Ausblicke wie ausgewechselt!

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2014-02-18 14.42.44  Zum schmunzeln…

2014-02-18 15.02.14 Kunst?

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Das sind die Strassenabsperrungen… Ich find sie entzückend, hab aber noch nicht verstanden ob diese Vögelchen eine Bedeutung haben..

Das Haus der Schwarzhäupterbruderschaft:

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Einst trafen sich hinter dieser Renaissancefassade die Schwarzhäupterbruderschaft, welche für die Verteidigung der Stadt und das Frühlingsfest zuständig waren. Die Eingangstüre zeigt ihr Wappen: Ein goldener Stern auf grünem Grund mit dem Kopf eines Schwarzen…
Heute arbeitet die Philharmonie-Vereinigung hier.

Das Haus der Kanutigilde:

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Das Haus mit seiner Tudor-Fassade diente einer Gilde gelernter Handwerker aus verschiedenen Berufen.
Die Figuren stellen Martin Luther sowie den heiligen Kanut da.
Heute befindet sich in dem Gebäude ein Tanztheater.

Der Katharinengang:

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Dieser versteckte Hof ist den Handwerksmeistern aus alten Zeiten gewidmet. Hier gibt es kleine Geschäfte mit handgeblasenem Glas bishin zu Töpferware.

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Ausgestellte Grabsteine des Mönchsklosters sind an den Wänden des Ganges
ausgestellt.

    Stadtmauer und Türme:

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Es ist wirklich schwierig diese riesigen Mauern in einem Foto einzufangen. Sie sind atemberaubend und erdrückend

Wenn man durch die Gassen schlendert stösst man zudem an vielen Ecken auf Religiöse Kleinigkeiten und unübersichtlich viele Glaubenshäuser.

Ich mach aus meiner Skepsis gegenüber Religion selten ein Geheimnis und wiederholt muss ich gestehen, dass ich mich mit diesen vorgefertigten Religionen, welche einfach nicht hinterfragt werden, überall Spenden sammeln und Erlösung und Glück versprechen, einfach nicht anfreuden kann. Leider ist es überall verboten Bilder zu machen, sodass ich die Innenräume der Kirchen nicht dokumentieren kann. Ich bin allerdings, so schön manche davon auch von der Architektur her sind, auf kein freundliches Lächeln gestossen, welches mich willkommen heisst.

Und ist das nicht eigentlich der Grundgedanke…? Sich willkommen und verstanden, angekommen zu fühlen?

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Alexander Newsky Kathedrale:

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St.Johanneskirche:

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St.Nikolakirche:

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St.Olaikirche:

von 1549 bis 1625, war diese Kirche aus dem 13. Jahrhundert das höchste Gebäude der Welt.!

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Heiliggeistkirche: 2014-02-18 14.46.27  2014-02-18 14.44.42

Domkirche zu St.Marien:

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Ein Spaziergang Richtung Rotermannviertel und ein hübscher matschiger Park, ein bisschen Geschichte und das Meer…

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Wenn man sich intenviser mit der Geschichte beschäftigt, versteht man wieso der Grossteil der Esten eine patriotische Einstellung hat und stolz auf ihre Herkunft sind.

Mir gehts wirklich gut und die Möglichkeit uneingeschränkt Zeit für mich zu haben, kommt  mir sehr gelegen. Ich bin dafür sich öfters neu zu entdecken, zu hinterfragen, erneuern, wohlzufühlen… Doch dabei darf man nie die wichtigen Dinge und Talente verstauben lassen.

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Snacks im Kiosk… 😉
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Maru’s Geburtstag steht vor der Türe und sie hat mich gebeten ihr einen Rock zu nähen. Das Motto ist Pünktchen und ich bin voll und ganz in meinem Element!
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Eine einfache Skizze einer Taschenuhr.
„C’est la vie…“ mein Tattoentwurf.
Die Bedeutung ist einfach, eine Zeichen der Freundschaft, des tiefsten Vertrauens für den Menschen der mich mehr als mein halbes Leben begleitet und noch im höchsten Alter im Schaukelstuhl, auf der schönsten Veranda, mit Hello Kitty und Betty Boop Heizdecken ausgestattet mit mir über alte Zeiten lacht. Höhen und Tiefen, Menschen die kommen und gehen, Reisen, verrückteste Momente, wir haben bisher jeden Stein überwunden…

Iich muss gestehen, dass ich ein Ziel bereits erreicht habe. Ich wollte die Ferne nutzen, meiner Heimat näher zu sein. Ich würde mein Leben gegen nichts in der Welt eintauschen und meine Liebsten fehlen mir.  Es hört sich fremd an, als deutsche betitelt zu werden, viel eher muss ich gestehen, das Köln eine wirklich angenehme Heimat ist und mein Herz daran hängt.

So, eine Woche voller Programm steht bevor und dann gibts den ersehnten Besuch der Weltbesten-besten Freundin…